Lieddokumentation „Es ist ein Schnee gefallen“

Dokumentation

Documentation

„Es ist ein Schnee gefallen“

Text:

Translation (Version of 1467):

Es ist ein Schnee gefallen,
und es ist doch nit Zeit:
Man wirft mich mit dem Ballen,
der Weg ist mir verschneit.Mein Haus hat keinen Giebel,
es ist mir worden alt.
Zerbrochen sind die Riegel,
mein Stübelein ist mir kalt.

Ach Lieb, lass dich erbarmen,
daß ich so elend bin
Und schleuß mich in dein Arme,
so fährt der Winter hin.

A snow fell,
long before its time.
I’m being thrown with snowballs,
I found my path snowed up.My house has got no gable,
it’s become old
Broken are the bolts,
my room is cold.

Oh my dear, please show mercy to me,
for I am so wretched
and clasp me in your arms,
That’s how the winter will leave.

Bedeutung:

Meaning:

In Volksliedern werden Gedanken und Gefühle oft in Naturbildern ausgedrückt. Dieses Lied handelt in Metaphern von der Klage einer unehelich Schwangeren. Sie wird aus der Gemeinschaft geächtet und ausgeschlossen (die Schneebälle werden nach ihr geworfen). Hoffnung besteht für sie nur darin, dass ihr Freund sie heiratet (sie in die Arme schließt). In Folksongs often Thoughts and Feelings are expressed in images of nature. This song tells in metaphors about the lament of an unmarried pregnant girl. She is treated like an outcast and excluded by the society (they threw snowballs after her). Her only hope is that her lover marries her (clasps her in his arms).

Herkunft:

Source:

Es gibt verschiedenste Quellenangaben zu Text- und Melodieherkunft, z.B. There are different sources for the lyrics and the tune of this song, for example:
• Volkslied 1467
• Textvariante von 1467
• Anonym entstanden im 15. Jahrhundert
• Melodie 15. Jahrhundert
• altes Volkslied von 1570
• Volkslied 16. Jht.
• Volkslied 1467
• Textvariante von 1467
• Anonym entstanden im 15. Jahrhundert
• Melodie 15. Jahrhundert
• altes Volkslied von 1570
• Volkslied 16. Jht.
Überliefert wurde das Lied unter anderem in: Amongst other, the Song was written down in:
• „Lautenbuch des Jakob Thurner „(ca. 1524) erstmals in Österreich.
Dieses gehört zu den ältesten deutschenLautentabulaturen. Die Handschrift wurde von Jakob Thurner augenscheinlich als Liederbuch angelegt, als Begleitung zum einstimmigen Gesang.• „Ambraser Liederbuch“ (1582)

• „Drey Schöne Lieder“ von Friderich Gutknecht (ca. 1560). Nachweis der Uni Tübingen (Standort im Historischen Lesesaal: buch P 384 / 1 G 1800;G-176). Drey Schöne Lieder – Friderich Gutknecht
– circa 1560? – gedruckt zu Nürnberg. Enthalten: Das erst, Es ist ein Schnee gefallen wen[n] es ist noch nit zeit. Das ander, Jch sah mir ein blawenStorcken auff einer Matten gohn. Das dritt, Stra*

• „Lautenbuch des Jakob Thurner „(ca. 1524) erstmals in Österreich.
Dieses gehört zu den ältesten deutschenLautentabulaturen. Die Handschrift wurde von Jakob Thurner augenscheinlich als Liederbuch angelegt, als Begleitung zum einstimmigen Gesang.• „Ambraser Liederbuch“ (1582)

• „Drey Schöne Lieder“ von Friderich Gutknecht (ca. 1560). Nachweis der Uni Tübingen (Standort im Historischen Lesesaal: buch P 384 / 1 G 1800;G-176). Drey Schöne Lieder – Friderich Gutknecht
– circa 1560? – gedruckt zu Nürnberg. Enthalten: Das erst, Es ist ein Schnee gefallen wen[n] es ist noch nit zeit. Das ander, Jch sah mir ein blawenStorcken auff einer Matten gohn. Das dritt, Stra*

Textinterpretationen (only german):

Hochdeutsche Fassung:Es ist ein Schnee gefallen, und es ist doch nit Zeit:
Man wirft mich mit dem Ballen, der Weg ist mir verschneit.

Diese Strophe handelt von Unannehmlichkeit, einer bedrängten Lage, Ausweglosigkeit. Der Weg ist versperrt, sie wird mit Schneebällen beworfen – keine angenehme Situation. „Es ist noch nit Zeit“ heißt: unerwartet, vorzeitig, oder auch: zu spät im Frühjahr.

Mein Haus hat keinen Giebel, es ist mir worden alt.
Zerbrochen sind die Riegel, mein Stübelein ist mir kalt.

Hier geht es um die Unsicherheit, die Kälte drinnen und draußen, Not und Unordnung. Die Stube ist kalt, ein Teil des Daches fehlt, das Schloß ist kaputt, bietet also keinen Schutz mehr. Das Haus steht für das Mädchen es ist in Mitleidenschaft gezogen, bedroht und ungeborgen.

Ach Lieb, lass dich erbarmen, daß ich so elend bin
Und schleuß mich in dein Arme, so fährt der Winter hin.

Das liebevolle „in den Arm nehmen“ soll ein Ausgleich für die Kälte und die Not sein, sowie Trost bieten. Sie sehnt sich nach Geborgenheit, nach Kontakt und Liebe, will das Unheil abwenden.

Plattdeutsche Fassung:
Unterschiede zur hochdeutschen FassungDe Snee liggt vör de Dören, de Bloom is fröh verblöht
mit Bäll smiet mi de Gören, de Weg is deep verweiht

Die Strophe enthält weitere Bilder, zum Beispiel: „De Bloom is fröh verblöht.“ (Die Blume ist früh verblüht), damit wird der Zeitpunkt des Elends näher bestimmt. Der Winter ist zu früh gekommen, nämlich, als eigentlich noch Blüten zu erwarten gewesen wären. Es handelt sich also bildlich gesprochen um einen Menschen, der zu früh ins Elend gerät.

De Wind huult üm den Gebel, mien Huus is scheef un oolt
tweibraken is de Knebel, mien Stuuv is leer un koolt.

Hier wird nicht davon gesprochen, dass der Giebel fehlt, sondern dass der Wind um selbigen heult. Auchdies ein bedrohendes Bild. Das Haus ist ebenfalls alt und die Stube ist nicht nur kalt, sondern auch leer und verlassen, so wie das Mädchen.

Ach Leev, laat di dat barmen, wat ick so elend bün
un nehm mi in dien Armen, denn föhrt de Winter hin.

“Wat ick“ kann sowohl „dass ich“ als auch „warum ich“ heißen. ‘Elend’ bedeutet eigentlich so viel wie ‘Ausland’, stellt also einen Gegensatz zu ‘Heimat’ dar. Mit diesem Wort wird noch einmal das Alleinsein in der Fremde beschrieben.

Neuere Fassung von 1535:

Newer Version of 1535:

Es ist ein Schnee gefallen,
wann es ist noch nit Zeit
Ich wollt zu meinem Buhlen gan,
der Weg ist mir verschneit.“Es gingen drei Gesellen
spazieren um das Haus
Das Maidlein war behende,
es lugt zum Laden aus.

Der eine war ein Reiter,
der andr‘ ein Edelmann
Der dritte ein stolzer Schreiber,
der wollt’ das Maidlein han.

Er tat dem Maidlein kaufen
von Seiden ein Haarschnur
Er schenkt’s demselben Maidlein:
„Bind du dein Haar mit zu!“

„Ich will mein Haar nit binden,
ich will es hangen la’n!
Ich will ja diesen Sommer lang
zum Tanze fröhlich gan.

A snow fell
long before its time.
I was on my way to my lassie,
but found the path snowed up.“Three companions
were walking past the house.
The handsome maiden was looking out
from behind the window shutter.

One was a horseman,
the other a nobleman,
the third one was a proud writer,
who was longing to woo the maiden.

He bought her
a silken ribbon
and gave it to her:
„Tie up your hair with this!“

„I don’t want to tie up my hair,
I like it untied!
I prefer to be merry instead of married,
and go dancing all summer long

Adaro-Version (20. Jht.):

(Ich habe die letzen beiden Strophen nur auf der CD gehört und versucht, den Text zu erschließen)

Adaro-Version (20th cent.),

translation of the content:

Es ist ein Schnee gefallen,
und ist es doch nit Zeit:
Man wurf mich mit dem Ballen,
der Weg ist mir verschneit.Mein Haus hat keinen Giebel,
es ist mir worden alt.
Zerbrochen sind die Riegel,
mein Stüb’lein ist mir kalt.

Ach Lieb, lass dich’s erbarmen,
daß ich so elend bin
Und lass mich in dein Arme,
so fährt der Winter hin

Ich hatt‘ mir erkoren
ein minnigliches Leut
an den hab ich verloren
mein Lieb und auch mein Treu

Das Liedlein sein gesungen
von einem Fräulein fein
ein ander‘ hat mich verdrungen,
dass muß ich gut la’n sein.

A snow fell,
but it is not time yet.
One threw balls at me,
my path is snowed up.My house has got no gable,
it’s become old.
Broken are the bolts,
my room is cold.

Oh dear, please show pity to me,
for I am so wretched
and let me into your arms,
That’s how the winter will leave.

I have chosen
A lovely man
To whom I’ve lost
My love and also my faithfulness

The small song shall be sung
of a pretty miss
another has displaced me
I have to leave it well enough alone.

Quellen:

Resources:

http://www.aeiou.at/aeiou.music.4.3/040303.htmhttp://www.tourdenatur.net/lieder/schnee.htm

http://opac.ub.uni-tuebingen.de/hls/buch/buchP384.html

http://www.german.sbc.edu/Verslehre.html

http://www.tjhsst.edu/~lslagle/Gweb/one/newsact/germone/snow.htm

http://seegras.discordia.ch/Medieval/Lieder/EsIstEinSchneeGefallen

http://www.fehrsgilde.de/blaetter/14.html

http://liedstoeckel.de/14564.html

http://www.holger-saarmann.de/texte_es_ist_ein_schnee_gefallen.htm

http://www.aeiou.at/aeiou.music.4.3/040303.htmhttp://www.tourdenatur.net/lieder/schnee.htm

http://opac.ub.uni-tuebingen.de/hls/buch/buchP384.html

http://www.german.sbc.edu/Verslehre.html

http://www.tjhsst.edu/~lslagle/Gweb/one/newsact/germone/snow.htm

http://seegras.discordia.ch/Medieval/Lieder/EsIstEinSchneeGefallen

http://www.fehrsgilde.de/blaetter/14.html

http://liedstoeckel.de/14564.html

http://www.holger-saarmann.de/texte_es_ist_ein_schnee_gefallen.htm

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