Review: Mondbasis Alpha 1: Die Katastrophe

Los geht’s mit ein paar persönlichen Einschätzungen neuer alter Science Fiction Serien. Nachdem ich es bei Blake’s 7 verpaßt habe (ich hole es nach, versprochen – sind ja nur 52 Episoden, kann man wunderbar in einem Jahr schauen), hier die nächste Perle aus Elmars Kindheit, die momentan im Box-Set daheim darauf wartet, angesehen zu werden.

Hier ist ein wenig Hintergrundinfo: http://de.wikipedia.org/wiki/Mondbasis_Alpha_1

Wissen sollte man, dass Gerry Anderson sich einen durchaus respektablen Namen gemacht hat mit tollen Science-Fiction-Modellen und teilweise Ideen. (Thunderbirds, U.F.O., …)

Hier also Andersons Blick auf die Welt 25 Jahre nach unserer Zeit. (Gedreht/Ausgestrahlt wurde Original 1975-1979).

(Leider hat die Box keine englischen Untertitel, sonst hätte ich es gerne wie immer englisch mit Untertiteln geschaut. So bleibt mit für’s erste Ansehen nur die Möglichkeit, die deutsche Synchronisation zu wählen, beim Englischen ohne Untertitel komme ich leider noch nicht so schnell mit.)

Mondbasis Alpha: Episode No. 1, „Die Katastrophe“ (1975)

5/10 (Ich lass mich noch überraschen und nehme das mal als Mittelwert.)

Erster Eindruck: Geile Modelle. Ausdruckslose Besetzung. Martin Landau und seine damals Ehefrau Barbara Bain als Chefkommandant König und Chefärztin (warum nicht mal andersrum?) Russell tauchen schon im Vorspann auf und sehen aus wie Wachsfiguren. Lieber Gerry Anderson, nur weil du bei Thunderbirds mit Puppen gearbeitet hast, mußt du dir nicht entsprechende Schauspieler suchen! Schlammfarben. Es gab eine Zeit, in der in den 1970ern alles irgendwie beige, ocker, offwhite ausgesehen hat. Ist auf Dauer etwas deprimierend.

Handlung: John Koenig ist neuer Befehlshaber der Mondbasis Alpha und fliegt mit einem Shuttle an seinen neuen Arbeitsplatz. Sein Chef (grauenvoller Schnauzer, die 70er halt) weist darauf hin, dass man ganz dringend eine Expedition zum Planeten Meta machen muß (weil die UNO schon zugesagt hat oder so) und dass der kleine Zwischenfall, den es auf der Basis zu geben scheint (Leute sterben, wohl an einem Virus) zu vernachlässigen ist.  Da frage ich mich schon, was von einem solchen Chef zu halten ist.

Auf der Basis wird inzwischen ganz regulär radioaktiver Abfall der Erde gelagert, dafür wurde sie errichtet. Also nicht auf der Basis, sondern halt in Lagern auf dem Mond. Hübsche Idee, wie ich finde. Nichtsdestrotrotz stirbt schon wieder einer der Mitarbeiter nach Überprüfung eines „Tanks“. Sehr tolle Tricktechnik hier!

Die Besatzung tut, was Besatzungen so tun, ich versuche noch, die Farbkodierungen der Uniformen zu entschlüsseln. Überhaupt: Unisex-Kostüme, alle haben das gleiche an. Finde ich sehr fortschrittlich gedacht für die damalige Zeit. Und das Beste: In Königs Büro gibt es eine komplette Wand, die sich öfffnen lässt und damit den Blick auf die Zentrale freigibt und König an etwas höherer Position sitzen läßt. Sehr schick gemacht, kein Modell, sondern 1:1 und funktioniert sauber und tadellos ohne Wackeln.

 

Nach ein bisschen Hin und Her und Diskussionen explodiert das Lager 1, das älteste Lager. Nicht schön. Frau Russell geht derweil mit Eisblick durch die Korridore und versucht herauszufinden, woran die Leute gestorben sind. An ihrer Seite „Victor“, ein älterer Herr, der irgendwas mit Wissenschaft macht. Es ist leider nicht herauszufinden, wie die Hierarchie zwischen ihnen beiden ist, irgendwie scheint er der kompetentere zu sein.

Schicke Kommunikationsgeräte haben sie! (Das ist Handgröße, mit Briefmarkenbildschirm. Siehe Link (aufs Bild klicken). Mit „lebendigen“ Bildern. Keine Ahnung, wie sie das gebaut haben.)

Also jedenfalls, zurück zu Geschichte, man kann die Explosion des zweiten Lagers nicht verhindern, der gesamte Mond wird daraufhin aus der Umlaufbahn der Erde geschleudert und segelt nun fröhlich vor sich hin durchs Universum. Ganz weit weg, ohne Möglichkeit, die Erde zu kontaktieren. Mit Mondbasis. Und nuklearem Abfall.

Ach so, zwischendrin ist der Schnauzer-Chef von König noch persönlich auf die Mondbasis gefolgen und wuselt jetzt auch da oben rum. Und der Kommandant, der vor König da war, war am Anfang auch noch zu sehen, wenn der also nicht rechtzeitig zur Erde geflogen ist, haben wir hier auch noch Konfliktpotenzial.

Ende der Geschichte. Fragezeichen auf meinem Gesicht.

Fazit:

Der Mond. Ihr verschiebt den gesamten Mond. Ja. Je nun. Ist kein Wunder, dass sich die Andersons wunderten: „Gerry and Sylvia Anderson were surprised and disappointed that the public (and critics) never granted them the suspension of disbelief given to other science-fiction programmes.“

Die Hauptcharaktere: Au weia! König ist glatt und ohne Hintergrund, ich weiß leider nicht, warum er Kommandant geworden ist oder was ihn dafür auszeichnet, aber das kann ja noch kommen. Die Ärztin scheint ja, nachdem sie im Vorspann extra Zeit bekommt, die zweite Hauptrolle zu sein. Aber mein Gott, sie macht nichts außer ausdruckslos rumstehen! Also nichts gegen einen harten, eiskalten Charakter, mal zur Abwechslung, aber das hier ist keiner.

(Sie guckt ungefähr so. Immer.)

Tolle Sets, tolle Kostüme (mir ein wenig zu trist, aber was soll’s), tolle Tricks. Wie gesagt, wenn jetzt auch noch tolle Schauspieler und eine Geschichte kommen, kann’s was werden.

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