Let’s do it!

Dinge, die man als aufgeklärte, Mai-geborene, vernünftige (ha!), buchhalterische Frau nicht tut:

Mal eben einen dreistelligen Betrag für einen Kurztrip nach England raushauen.

Was ich tue:

Eben dies.

Zunächst mal ein „Let’s do it“ Video für Doctor Who Fans, Tennant, Tate und Barrowman Fans und Menschen, die Klavier und Comedy mögen:

Und dann, please hold your breath, muss ich zugeben: I’m hooked. Hooked by a nowadays 70 year old actor, who’s most likely unknown in Germany. (Unless for some brit sci fi geeks, that is).

Darrowy

Also, der Mensch um den es geht, heißt Paul Darrow. Gesehen habe ich ihn in „Blake’s 7“ einer in Großbritannien sehr erfolgreichen Science Fiction Serie, ausgestrahlt 1978-1982. Kennengelernt habe ich ihn dann, soweit er es zuließ, über seine Biographie „You’re him, aren’t you?“. Wie ein Rezensent schrieb: Man hat das Gefühl, er sitzt einem gegenüber mit einen guten Glas Wein und plaudert. Witzig, ehrlich, unterhaltsam.

Durch Zufall bin ich dann auf facebook über ein kleines Event gestolpert: BritSciFi3 (Link zum National Space Centre in Leicester). Es gibt übrigens auch eine Webseite, auf der alle „Auftritte“ von Doctor Who Darstellern aufgeführt werden. Und da Mr. Darrow auch in Doctor Who war (welcher britische Darsteller war es nicht?), findet man das Event auch dort.

Nun habe ich ein wenig Angst vor großen Conventions. Ich war noch nie da, ich kann schlecht mit Menschenmassen umgehen und vor allem erschreckt mich die schiere Masse an Kostümierten und noch Verrückteren, als ich es bin. Ich meine, ich würde keine 39 Wochen an einem Dalek bauen oder mir eine Replik eines Doctor-Kostüms nähen oder so. Mir machen auch die 5 € hier zahlen für ein Autogramm und 10 € dort für ein Foto eher Angst. Ich will noch nicht mal eine Autogrammkarte, die verstaubt daheim eh nur. Eigentlich würde ich nur gerne mal dem Menschen die Hand schütteln und sagen: „Cool, was du da gemacht hast (und immer noch machst), ich fühle mich gut unterhalten. Danke.“ Und vielleicht sagt er oder sie dann ja sowas wie „Danke auch, schön, dass gerade du meine DVDs, Bücher, etc. kaufst und Freude an meiner Arbeit hast. Hat mich sehr gefreut.“ Oder so ähnlich.

Aber ich dachte mir: Leicester, Space Museum, Raketen, eine Sojus-Kapsel, ein gerade ausgebuddelter alter König, … – selbst wenn ich Paul Darrow nicht sehen sollte, hätte ich genügend andere Dinge zum Angucken. Mit Raumschiffen und -anzügen kann man mich ja immer unterhalten. Und wenn alle Stricke reißen, gibt’s ja auch noch die hübsche Innenstadt von Leicester, in der ja wohl zumindest ein Heimatmuseum oder so zu finden sein wird. Ganz zu schweigen von einer bekannten Kathedrale und, wie gesagt, Richard III. Wenn ich keine Raumschiffe kriege oder genug davon habe, gibt’s halt noch Geschichte. Und ich hege die Hoffnung, dass die BritSciFi ein bisschen kleiner ist als eine ausgemachte „Convention“ und mich nicht gleich ganz so überfordert.

Nichtsdestotrotz. Ich wohne in Fürth. Der nächste Flughafen ist Nürnberg. Leicester ist 1050 km entfernt, ungefähr 180 Stunden Fußweg. Oder zumindest eine Menge Fahrzeit, Organisation und Geld.

Und das alles, um -vielleicht- einen ehemals bekannten Schauspieler in einer Reihe von Mitwartenden aus 20 Meter Entfernung zu sehen und -vielleicht- ein überteuertes Autogramm von einem seiner Assistenten zu bekommen? (Immerhin, so nahe bin ich auch dem Papst schon gekommen. Andererseits erzähle ich davon auch heute noch. Wiederum andererseits ist Paul Darrow zwar hinreißend and verehrungswürdig, aber doch nicht ganz der Papst.)

Ach, ich weiß es doch nicht. Es ist völlig unvernünftig. Aber man muß ja auch mal unvernünftig sein. Ich habe lange mit mir gerungen. Mein Mann meinte, richtigerweise: „Wirf eine Münze. In dem Moment, in dem sie fällt, weißt du, wie du möchtest, dass sie landet.“ Und er hat Recht. Ich will nach Leicester. Ich habe mir alle möglichen Workarounds für mögliche Enttäuschungen schon in die Planung gebaut (Richard 3, Sojus, english breakfast … gibt ja eine Menge Zeug, das man mögen kann in England), der einzige Grund, der mich zurückhält, ist: Es ist unvernünftig und sehr unerwachsen.

Ach, was soll’s:

trip

Das Ticket ist gebucht (40 € teurer als 5 Minuten zuvor, Mist!), das Hotel ist gebucht, die Ausstellung ist gebucht. Und ich bin hibbelig wie nie zuvor.

Alleine das war es schon wert, einmal Unvernunft zuzulassen.

Let’s do it!

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