Leseempfehlung: „Yofi oder Die Kunst des Verzeihens“ von Oliver Bantle

»Was geht dich das eigentlich an?«, schnauzte Yofi. Meru hielt inne und drehte sich dem Enkel zu. »Mach dir darüber keine Sorgen: Ich entscheide selbst, was mich etwas angeht.«

»Ja, falls dein Rivale anwesend ist und tatsächlich gegen dich kämpft. Wut hat einen Sinn! Man braucht sie, um sich wehren zu können. Wenn dein Feind aber nur in deinem Kopf existiert, dann richtest du sie gegen dich. (…)«

»Er hätte die Fische aufheitern oder durch den Boden sickern können. Es wäre möglich gewesen, in einem Wasserloch aufzutauchen, auf dem Rücken eines Elefanten an Land zu gehen und mithilfe der Sonne eine weitere Flugreise anzutreten. Bei alledem hätte der Tropfen sein Bestes geben können. Nur eines vermochte er nicht: den Fluss zu lenken (…)

»Jetzt atme ein Bild aus, auf dem deinem Feind anzusehen ist, dass er seinen Traum wahr gemacht hat.« Yofi sah Antros beim Abstieg vom Hohen Berg und ließ die Luft ausströmen. Nach ein paar Atemzügen wurde es warm in seiner Brust.

»Verzeihen ist leider in Verruf geraten. Du musst nicht gut finden, was Antros getan hat.«

»Du musst niemals zulassen, dass dich jemand verletzt. Du musst auch nie wieder mit Antros reden. Du darfst sein Feind bleiben. Wenn du willst: lebenslang.« »Ich dachte, ich soll ihm vergeben …?« »Verzeihen heißt: aufhören, sein eigenes Herz zu verletzen. (…)«

Wenn du erst damit aufhörst, dich selbst zu verletzen, wenn Antros dich vorher um Verzeihung bittet, verleihst du ihm äußerst viel Macht. Entscheidend sollte aber nur sein, wie sehr du dich magst.

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