Samstag, 14. April

Am Morgen ging es zum Frühstück ins Gehrke am Hasselbachplatz, das ich hiermit aus vollem Herzen nicht empfehle. Der Laden ist für die derzeitige Arbeitsorganisation zu groß, und zusätzlich haben alle Mitarbeiter keine Lust auf ihre Arbeit. Ich verteile selten so schlechte Kritik, dieser Laden allerdings wird mich nicht mehr sehen.

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Dann beschlossen wir, eine Straßenbahnfahrt durch Magdeburg zu absolvieren, um mal zu schauen, was es so gibt. Es ging zunächst zum Messegelände / Elbauenpark, leider war dort der zweite Eingang zum Jahrtausendturm nicht mehr existent, und wir wollten dann auch nicht mehr extra zurück, um in einem großen Bogen vom Haupteingang zur Messe aus nochmal hinzugehen.

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Also ging es zurück, das Kulturhistorische Museums sollte es werden.

Merke: Wer in Magdeburg aus der Straßenbahn aussteigen möchte, muss die Haltewunschtaste betätigen, die Bahn hält nicht automatisch an jeder Haltestelle.

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Nach einer weiteren Schleife aber endlich: das Museum.

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Danach waren wir ehrlich gesagt so kaputt, dass wir uns nochmal zwei Stunden hingelegt haben, bevor es zum eigentlichen Höhepunkt des Wochenendes ging.

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Doch halt, vorher musste noch etwas gegessen werden.

Wir waren im „Wenzel„, eine Kette mit böhmischem Essen, die es in einigen deutschen Städten schon gibt (leider nicht in Franken). Auch wenn die Kritiken auf Tripadvisor nicht immer gut sind, muss ich sagen, wir haben ziemlich Glück gehabt. Ja, nicht alle Bedienungen verstehen das Konzept „Service“, aber unsere Dame kommt offenbar aus einer Gastrofamilie und war mit viel Liebe und Freude dabei und hat damit die verkniffenen Gesichter der anderen wieder wett gemacht.

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Am Abend dann: Willkommen, bienvenue, welcome.

Wir sind, nachdem wir Cabaret letztes Jahr beim Fränkischen Theatersommer sahen, auf der Suche nach dem Film über diesen Trailer gestolpert und beschlossen: Das schauen wir uns an.

Die Inszenierung hat mir sehr gefallen, ich mag ja so minimalistische Designs, ein kleiner Wermutstropfen war am Ende das „Wehret den Anfängen.“ Das war mir einfach zu plakativ. Aber es war sehr spannend, wieder andere Facetten der Geschichte zu sehen, Cabaret ist ja reicht bestückt damit.

Sehr gut gefallen haben mir Adrian Becker als Conferencier, der den Abend wunderbar trägt. sowie Ruth Müller als Fräulein Schneider, die eine runde und solide, glaubwürdige Rolle abliefert. Spannend fand ich auch den Ansatz, Fräulein Kost mehr als Bindeglied zu Herrn Ludwig darzustellen, wobei ich sie ehrlich gesagt kaum erkennen konnte, nachdem sie ihre rote Perücke gegen den blonden Eva-Braun-Zopf getauscht hatte. Lag vielleicht auch am Platz im Rang.

Interessant war auch die Auswahl und Fülle der Lieder, ich bin sehr gespannt, wie der Film dahingehend ist. Beeindruckend war das letzte Lied von Sally Bowles (Anna Preckeler) und ihr Schlussbild (das ich hier nicht verraten möchte), das mich, zusammen mit dem Schlussbild von Fräulein Schneider (meine Favoritin), sehr berührt und bedrückt hat. Ansonsten komme ich aber nicht umhin zu erwähnen, dass der Rest der dargestellten Sally mich nicht überzeugt hat. Da war ich von Stefanie Rüdell in der Theatersommerinszenierung weitaus mehr angetan. Vielleicht braucht man einfach eine gewisse Lebenserfahrung, um Sally Bowles in all ihren Zügen darstellen zu können. Auch Cliff Bradshaw und die „Liebes“geschichte zwischen Sally und Cliff haben mich (wieder) nicht überzeugt. Es mag sein, dass die Stückvorlage einfach nicht mehr hergibt? Auch hier harre ich gespannt des Films.

PS. Ich sehe gerade, dass Ruth Müller gerade in Regensburg engagiert ist und dort auch Cabaret gegeben wird. Mit Adrian Becker. Schau, schau. Vielleicht muss es dann doch nochmal ein Tagesausflug nach Süden werden demnächst.

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Danach ging es noch auf einen Absacker in die Tapas-Bar des Vorabends und wir fielen fix & fertig ins Bett.

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