Banales & Tiefgreifendes

In no particular order:

Gestern kam ein Paket mit neuen Bürsten für Fräulein Anne. Anne Droid ist unser Roomba, der seit Jahren fleißig die Böden bei uns fegt. Hält erstaunlich gut, länger als die Billigmarke (Klarstein) vorher. Wenn es sowas jetzt noch für Wände und Regale gäbe….

Eigentlich also ganz praktisch, dass der Herr des Hauses gestern daheim war. Andererseits auch ein bisschen ärgerlich, denn er hat die Nacht zuvor nicht geschlafen. Warum? Da gibt es bestimmt viele Gründe, aber der für mich offensichtliche ist, dass einfach momentan wieder zuviel an die Wand fährt mit seinen Projekten. Gut, als Autor hast du es wahrscheinlich nicht leicht (wobei, wenn man dann andere hört… „ich hab hier, dort und da schon wieder was zu tun…“), und die Welt ist kein Ponyhof, wie er selbst in einem der letzten Skripte schrieb:

Dennoch. Ein Leben zwischen Versprechungen, Hoffnungen, Exposés, Hirnschmalz, Kreativität… um dann doch eins vor den Latz zu bekommen “ Ich werfe das ganze Projekt hin, hat nichts mit deiner Arbeit zu tun“… „Wir trauen dir das jetzt doch nicht mehr zu.“… „Ach, das schreibt jetzt doch der Schwippschwager meiner Cousine, hab ich das nicht erwähnt?“, das ist einfach nur… Ich weiß es nicht. Verletzend, respektlos, gedankenlos?

Sicher, man muß immer entscheiden, wie, wann, wo man Arbeit und Energie reinsteckt. Risiko gibt es überall. Und, um es mit der SCA zu sagen: „If you’re not having fun, you’re doing it wrong.“ Am Gefühl, man wäre nur ein gutmütiger Trottel, der sich warmgehalten, aber an dessen Qualität nicht geglaubt wird (ohne ihm das natürlich zu sagen), ändert das wenig.

Wenn Autor nicht so ein undankbarer Job wäre, bei dem soviel Liebe und Energie vorab geleistet werden muß, trotz der Wahrscheinlichkeit, dass 90 Prozent der Arbeit auf dem Müll landet, wäre es vielleicht etwas einfacher.

Und sonst? Ich habe auch nicht gut geschlafen und war entsprechend ganz froh, dass es genügend „Nicht-Nachdenk-Arbeit“ auf der Arbeit gab.

Dann habe ich mir am Abend den boah unter den Arm geklemmt und war mit ihm zu Abend essen, um ihn danach zur ersten Probe von „Den die Muse küsst“ mitzunehmen. Immerhin hätte er dann etwas anderen Input.

Die erste Probe der „Muse“, das „Kick off“, war sehr spärlich besucht: zum einen fehlten zwei Leute von sieben angekündigt, bei einer weiteren wusste man es nicht so genau, die diversen Rückmeldungen waren widersprüchlich, und die vierte tauchte weder auf, noch meldete sie sich im Laufe des Abends, wann sie käme oder was war. Irgendwas war bestimmt.

(Soviel zum Thema „Die Leute kommen nicht zu meinen Proben, wie ich das will, dann werfe ich gleich ganz hin.“)

Nichtsdestotrotz hatten wir mit den verbliebenen Leuten sehr viel Spaß, es gab unglaublich viel Gelächter und ich glaube, auch die „Muse“ wird sehr schön werden.

Im Nachgang muss ich gestehen, wird es sehr spannend für mich, denn unsere Regisseurin Jane ist die gleiche, die auch schon bei der Mytilene Regie geführt hat und die Rolle, die ich spiele bzw. spreche ist sehr ähnlich aber eben nicht die gleiche wie vormals. Natürlich wird es jetzt interessant zu sehen, wie ich es hinbekomme, dass das trotzdem zwei verschiedene Charaktere sind. Und je mehr ich in diesem kleinen Settings arbeite, umso mehr merke ich, wie viel Spaß das macht und wie akkurat man eben auch da sein muss, und was das mit mir macht, mal nicht der dritte Baum von links zu sein, sondern wirklich an einem Charakter arbeiten zu können und zu müssen.

Ah, und die „Eidolon“ Spuren haben es über Umwege zu mir geschafft, denn das Aufnahmestudio hatte die Spuren an unser zweites Regieteam, nämlich dass der Mytilene, geschickt, so dass ich am anderen Ende wie auf Kohlen saß und seit zwei Tagen händeringend wartete, ob und wenn ja was von den sechs Stunden Arbeit, die wir da reingesteckt hatten, tatsächlich bei mir ankommen würde. Aber es ist soweit ich gestern hören konnte alles da, anderthalb Stunden Rohmaterial. Das muss jetzt natürlich erst einmal durchgehört werden auf Vollständigkeit und dann werde ich mir zusammen mit Herrn T, der dankenswerterweise den Schritt übernimmt, Gedanken machen, welche Fassung wir jetzt nehmen und wie der weitere Feinschnitt aussehen soll.

Der Abend endete versöhnlich mit Bier, Scapa, Erinnerungen und vielen neuen Plänen.

„Und wo sie aber eure Rede nicht hören wollen, da gehet hinaus und schüttelt euch den Staub von den Füßen.“

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