Busy days

Das war eine sehr volle Woche bisher. Freitag – Sonntag: Arts in April. Muß ich später mehr dazu schreiben.

Sonntag: nach der Übergabe der Site ging es direkt zur Musicalprobe und danach ins Bett. Man, war ich platt.

Montag: wollte ich ins Büro, aber zum einen lag der boah daheim und zum anderen wollte ich nicht riskieren, angeschlagen ins Büro zu gehen und dann Dienstag flach zu liegen. Immerhin die Tischdecken, die wir für das Event gemietet haben, konnte ich noch zurück bringen, dank A’s Hilfe. 😘 Bin gespannt auf die Abrechnung. Überhaupt, Abrechnung. Ich blöde Nuss habe es geschafft, mich zu verkalkulieren. Zu unseren Ungunsten. Ausgerechnet ich, die den Site Fee Calculator erfunden hat. Ich bin nicht gerne blöd. Passiert mir nicht nochmal. 😑

Dienstag Büro, wie immer. Bisschen Sachen aufarbeiten. Dann am Moodboard für „Rock of Ages“ arbeiten, dem nächsten Musical, in dem ich mitwirke. Abends Probe fürs nächste Hörspiel. Danach Jam im Irish Pub mit ein paar SCAdians. (Es ist übrigens eine schlechte Idee, im Pub laut „Ruhe“ zu brüllen, wenn die Harfenistin was singen will. Zumindest im überfüllten Pub.)

Habe ich inzwischen die Sachen vom Wochenende ausgepackt? Natürlich nicht.

Denn am Mittwoch ging es in aller Frühe los in Richtung Würzburg zum Wandertag.

Gegessen haben wir abends „Zum Alten Bahnhof“ in Kirchheim – für Nicht-Autofahrer am Arsch der Welt, aber sehr zu empfehlen! Da muß ich nochmal hin.

Heute gab es dann, neben der Arbeit, einen Chat über das offenbar gute Konzept von Arts in April, die Vorbereitung der Abrechnung für besagtes Event, eine Schulung für die Wahlhelfer bei der Europawahl und eine Chorprobe am Abend.

„How are you doing?“
„Running on adrenaline.“
„Welcome to my world!“

Und sonst? Arbeite ich mit Freunden gerade an einem SCA-Stammbaum des Hauses Blackleaf (auch dazu später mehr),mit anderen Freunden am Schnitt der letzten Hörspiele (ich muss besser kommunizieren und finanziell planen) und planen der boah und ich unseren Sommerurlaub. Wahrhaft geschäftige Tage also.

Und irgendwann pack ich bestimmt den Kram vom Event aus.

Banales & Tiefgreifendes

In no particular order:

Gestern kam ein Paket mit neuen Bürsten für Fräulein Anne. Anne Droid ist unser Roomba, der seit Jahren fleißig die Böden bei uns fegt. Hält erstaunlich gut, länger als die Billigmarke (Klarstein) vorher. Wenn es sowas jetzt noch für Wände und Regale gäbe….

Eigentlich also ganz praktisch, dass der Herr des Hauses gestern daheim war. Andererseits auch ein bisschen ärgerlich, denn er hat die Nacht zuvor nicht geschlafen. Warum? Da gibt es bestimmt viele Gründe, aber der für mich offensichtliche ist, dass einfach momentan wieder zuviel an die Wand fährt mit seinen Projekten. Gut, als Autor hast du es wahrscheinlich nicht leicht (wobei, wenn man dann andere hört… „ich hab hier, dort und da schon wieder was zu tun…“), und die Welt ist kein Ponyhof, wie er selbst in einem der letzten Skripte schrieb:

Dennoch. Ein Leben zwischen Versprechungen, Hoffnungen, Exposés, Hirnschmalz, Kreativität… um dann doch eins vor den Latz zu bekommen “ Ich werfe das ganze Projekt hin, hat nichts mit deiner Arbeit zu tun“… „Wir trauen dir das jetzt doch nicht mehr zu.“… „Ach, das schreibt jetzt doch der Schwippschwager meiner Cousine, hab ich das nicht erwähnt?“, das ist einfach nur… Ich weiß es nicht. Verletzend, respektlos, gedankenlos?

Sicher, man muß immer entscheiden, wie, wann, wo man Arbeit und Energie reinsteckt. Risiko gibt es überall. Und, um es mit der SCA zu sagen: „If you’re not having fun, you’re doing it wrong.“ Am Gefühl, man wäre nur ein gutmütiger Trottel, der sich warmgehalten, aber an dessen Qualität nicht geglaubt wird (ohne ihm das natürlich zu sagen), ändert das wenig.

Wenn Autor nicht so ein undankbarer Job wäre, bei dem soviel Liebe und Energie vorab geleistet werden muß, trotz der Wahrscheinlichkeit, dass 90 Prozent der Arbeit auf dem Müll landet, wäre es vielleicht etwas einfacher.

Und sonst? Ich habe auch nicht gut geschlafen und war entsprechend ganz froh, dass es genügend „Nicht-Nachdenk-Arbeit“ auf der Arbeit gab.

Dann habe ich mir am Abend den boah unter den Arm geklemmt und war mit ihm zu Abend essen, um ihn danach zur ersten Probe von „Den die Muse küsst“ mitzunehmen. Immerhin hätte er dann etwas anderen Input.

Die erste Probe der „Muse“, das „Kick off“, war sehr spärlich besucht: zum einen fehlten zwei Leute von sieben angekündigt, bei einer weiteren wusste man es nicht so genau, die diversen Rückmeldungen waren widersprüchlich, und die vierte tauchte weder auf, noch meldete sie sich im Laufe des Abends, wann sie käme oder was war. Irgendwas war bestimmt.

(Soviel zum Thema „Die Leute kommen nicht zu meinen Proben, wie ich das will, dann werfe ich gleich ganz hin.“)

Nichtsdestotrotz hatten wir mit den verbliebenen Leuten sehr viel Spaß, es gab unglaublich viel Gelächter und ich glaube, auch die „Muse“ wird sehr schön werden.

Im Nachgang muss ich gestehen, wird es sehr spannend für mich, denn unsere Regisseurin Jane ist die gleiche, die auch schon bei der Mytilene Regie geführt hat und die Rolle, die ich spiele bzw. spreche ist sehr ähnlich aber eben nicht die gleiche wie vormals. Natürlich wird es jetzt interessant zu sehen, wie ich es hinbekomme, dass das trotzdem zwei verschiedene Charaktere sind. Und je mehr ich in diesem kleinen Settings arbeite, umso mehr merke ich, wie viel Spaß das macht und wie akkurat man eben auch da sein muss, und was das mit mir macht, mal nicht der dritte Baum von links zu sein, sondern wirklich an einem Charakter arbeiten zu können und zu müssen.

Ah, und die „Eidolon“ Spuren haben es über Umwege zu mir geschafft, denn das Aufnahmestudio hatte die Spuren an unser zweites Regieteam, nämlich dass der Mytilene, geschickt, so dass ich am anderen Ende wie auf Kohlen saß und seit zwei Tagen händeringend wartete, ob und wenn ja was von den sechs Stunden Arbeit, die wir da reingesteckt hatten, tatsächlich bei mir ankommen würde. Aber es ist soweit ich gestern hören konnte alles da, anderthalb Stunden Rohmaterial. Das muss jetzt natürlich erst einmal durchgehört werden auf Vollständigkeit und dann werde ich mir zusammen mit Herrn T, der dankenswerterweise den Schritt übernimmt, Gedanken machen, welche Fassung wir jetzt nehmen und wie der weitere Feinschnitt aussehen soll.

Der Abend endete versöhnlich mit Bier, Scapa, Erinnerungen und vielen neuen Plänen.

„Und wo sie aber eure Rede nicht hören wollen, da gehet hinaus und schüttelt euch den Staub von den Füßen.“

Offline

Ich war eine Weile weg aus diesem Blog, Entschuldigung. Ab und an ist das echte Leben dann doch dringlicher und wichtiger als sämtliches Bloggedöns. Aber nun bin ich wieder halbwegs fest im Sattel und habe mir vorgenommen, etwas häufiger Banales aus dem Alltag zu teilen. Wenn ich mag. Mal schauen.

Was gab es heute so?

Sardinenbüchsengefühl in der überfüllten S-Bahn (geht gar nicht), ein Kater von gestern (geht schon wieder), Sushi zum Mittag (geht immer).

Was gibt es noch?

Kein Musicalvereinstreffen für mich, ich bekomme da immer noch schlechte Laune und hänge mich zu sehr rein. Geplant statt dessen: den Märchenfilm vom Montag zu Ende schauen und die zweite Folge Game of Thrones, während ich mein Kostüm fürs Wochenende fertig stelle. Hauptsächlich muß ich Löcher stopfen, verdammte Drecksmotten.

Lesematerial

Good Intentions Don’t Excuse Bad Behavior 

„(…) DO: “Do you want to know where I buy my shoes?” DON’T: “Instead of boots like that, you could get accurate ones at this company.” (…) Some of you reading this may not realize it, but there are others that look up to you. They may be brand new or established in the hobby but admire your work. Perhaps you are a friend of theirs, or someone they follow on Instagram, or write a blog they follow, but you have more influence than you know.  Many of us are our own harshest critics and may joke about our work being “trash” but others are listening. Imagine how disheartening it would be to think that something you admire and aspire to is “not good enough” for someone you see as a role model, and thus worry your role model may be judging you too. Please be kind to others by being kind to yourself first. We all start somewhere. (…)“

It’s Not Necessary to Be Mean

„(…) You can always find something nice to say. Even if it’s not an outfit you’d wear yourself, you can say “What beautiful fabric!” or “That’s a lovely color on you!” If you can’t think of a compliment, ask a question, such as “Did you use a pattern?” or “Have you been here before?” (…) Don’t let anyone make you feel ashamed for using polyester. Even though I make and love silk dresses, some of my best-received costumes have been made from dead dinosaur. Sometimes it’s just the right fabric for what you’re trying to make. Fit and styling are just as important as materials. (…)“

Beide Artikel von Vivien, beide empfehlenswert.

Mittwoch, 6. Februar 2019

Eine getrocknete gelbe Rose erinnerte mich immer mal wieder an Anna.
Aber eigentlich erinnerte mich nur der J. noch an Anna.
Denn der J. liebt Anna noch immer.
Irgendwann hat der J. eine Therapie gemacht. Der Therapeut sagte er müsse eben loslassen und sich auf neue Erfahrungen einlassen. Aber der Therapeut wusste nichts von Anna und ihrem Lachen.
Gesprochen aber haben der J. und ich auch nicht mehr über Anna.
Nur geschwiegen haben wir über Anna.

Lesen. Unbedingt. Auch die Kommentare. https://readonmydear.com/2019/01/29/anna/

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Auch lesenswert: http://fraunessy.vanessagiese.de/2019/01/30/mittwoch-30-januar/

Allzu oft bekommen Mitarbeiter zu hören: „Was ihr all die Jahre gemacht habt, ist schlecht und nichts mehr wert.“

Wer ihnen sagt: „Ihr habt das Alte gut gemacht, und ich brauche Euch, um nun etwas Neues entstehen zu lassen“, hat eine andere Basis. Wichtig ist: nachfragen und zuhören. Woher kommt Unbehagen? Oft geht es nicht um die Veränderung als solche. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben meist verstanden, dass etwas Neues kommen muss – trotzdem haben sie Angst, nicht gebraucht zu werden oder dem Neuen nicht gewachsen zu sein.

Gerade diejenigen, die schon länger in der Firma sind, sind auch skeptisch, weil es nicht die erste Veränderung ist, die sie mitmachen – und weil die vorherigen am Ende doch alles beim Alten gelassen haben.

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Ebenfalls zum Lesen empfohlen: https://www.spektrum.de/news/der-schrille-zwangspensionaer/1620228

Mit dem Wegfall des politischen Drucks, kam auch der alte, nassforsche Wilhelm wieder zum Vorschein. Schwärmerisch malt er sich schon die neuen »herrlichen Tage« aus, denen er das Reich nun entgegenführen werde, freilich erst, nachdem er den »Saustall« in Berlin gründlich ausgemistet hat: »Wenn ich zurückkomme«, poltert er in gewohnt kraftmeierischer Manier, »wird das deutsche Volk mit der Rute regiert.« Und, so der Säbelrassler weiter: »Wenn ich erst wieder zu Hause bin, fliegen aber die Köpfe!«

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Spannend anzusehen: https://www.thisiscolossal.com/2019/01/evolution-of-the-alphabet

Die Evolution des Alphabets

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Zeichentipps für Juristen. Ja, das gibt es. Und es ist gar nicht so blöd, wie es auf den ersten Blick scheint: https://www.npridik.de/zeichentipps-fuer-juristen/

Als Jurist(in) kommen Sie immer wieder in Situationen, in denen Sie anderen Menschen Sachverhalte oder die Rechtslage erläutern müssen. Vielleicht wollen Sie auch Ihr Blog mit Rechtsinformationen füllen oder gemeinsam mit anderen Menschen Lösungen für Probleme oder eine Strategie für das weitere Vorgehen erarbeiten. Klar im Vorteil sind Sie in allen genannten Fällen, wenn Sie während des Gesprächs/Vortrags oder beim Schreiben unbefangen zu Stift und Papier greifen können, um Ihr Wissen, Ihre Ideen und Gedanken in Bilder zu übersetzen. Unser Gehirn mag die Kombination aus mündlichen oder schriftlichen Erklärungen und Bildern nämlich besonders gern. Die Folge ist, dass Ihr Gegenüber und Ihre Leser nicht nur aufmerksamer sind und Ihren Ausführungen leichter folgen können, sondern auch besser verstehen und behalten, was Sie ihnen erklären.

Dazu gibt es auch ein PDF mit Anleitungen: https://www.npridik.de/wp-content/uploads/2016/11/npridik-bildvokabeln-fuer-juristen-7MB.pdf

Immer mehr Geld? Ist das die Lösung?

„Beschäftigte wählen mehr Freizeit statt mehr Geld. In der IG Metall haben rund 260.000 Mitarbeiter entschieden, weniger zu arbeiten, statt ein tarifliches Zusatzgeld zu erhalten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Gewerkschaft unter 2600 Unternehmen. Im Rahmen des vor knapp einem Jahr vereinbarten Tarifvertrages konnten die Beschäftigten zwischen acht zusätzlichen Urlaubstagen oder einer Sonderzahlung wählen. Der Gewerkschaft zufolge waren 93 Prozent der Anträge auf mehr Urlaub in den Unternehmen erfolgreich. Wie viele Menschen das Zusatzgeld wählten, teilte die IG Metall nicht mit. In einer ersten Umfrage unter den Beschäftigten hatten Ende 2018 zwischen 70 und 80 Prozent der Befragten für mehr Freizeit optiert.“

aus: https://www.linkedin.com/pulse/bmw-und-daimler-wollen-offenbar-kooperieren-viele-linkedin

Ich habe mich gestern mit einer Kollegin unterhalten, die, wie viele andere, sich über zu hohe Managergehälter / Boni etc. ärgerte. Und sprach zu ihr, das System sei falsch. Es könne nicht immer nur um Geld gehen, es müsse andere Anreize geben. Zum Beispiel einen kostenlosen gesicherten Kindergartenplatz (sind auch mal so 600 € im Monat). Oder meinetwegen die Möglichkeit, Essen günstiger zu erhalten. Oder ein ÖPNV-Ticket, gleich für die ganze Familie. Oder oder oder.

Unterm Strich meinte sie: „Wenn ich für die gleiche Arbeit irgendwo das doppelte verdiene, gehe ich halt dahin.“

Und ich verstehe sie. Ich meine, das ist Kapitalismus, Individualismus. Wer Geld hat, kann sich individuell um den ganzen o.g. Kram kümmern. Mit genügend Geld geht alles. Wahrscheinlich sogar unbezahlte Freizeit, wenn man denn doch dringend mal frei haben möchte. Geld macht unabhängig.

Ich finde es nur nicht zukunftsträchtig. Ich hätte gerne eine sozialere Welt; eine, in der Geld gerechter verteilt ist als jetzt. Man kann jetzt gerne drüber streiten, ob Oxfam jetzt wirklich recht hat mit seiner Studie, dass 26 Personen auf der Welt soviel Geld haben wie die ärmsten 50% zusammen, und dass es aber 100 Menschen seien und nur 30% oder wie auch immer, aber der Punkt ist doch, dass es ein Wahnsinn ist, wenn der Chef eines Unternehmens 70x mehr verdient als seine Angestellten. Wenn man sich nur noch über Geld definiert. Ich persönlich finde, das steht in keinem Verhältnis mehr.

Und dann kommen noch Aussagen wie „wenn ich der Person hier nicht X zahle, wandert sie ab“. Ja, verstehe ich. Das ist eine Lösung. Kurzfristig. Aber wo führt es hin?

Und solange auch die Mittelschicht so reagiert wie meine Kollegin, solange wird die Welt nicht geändert. Nicht gerechter. Und das finde ich gerade sehr, sehr schade.