Erfüllte Tage

7:35 Uhr, ich sitze am U-Bahnhof auf dem Weg nach Oberbayern zur Chorprobe.

Gestern Abend, 22:15 Uhr, ich besteige nach der Chorprobe den Bus nach Hause, verbringe noch eine Folge Dark vor dem Fernseher mit dem boah und falle gegen halb eins ins Bett. Mein Wecker zeigt 6 Stunden irgendwas voraussichtliche Schlafzeit an.

Morgen Musical, am Montag (1. Juli) muss ich bereits für die Abreise zur Chorfahrt am 14. Juli packen, denn es ist der einzige freie Abend, der noch bleibt.

Ich bin schon ein bisschen bescheuert. Und im Moment frage ich mich, ob es das alles wert ist und mir singen und spielen wirklich noch soviel Spaß macht.

In memoriam Paul Darrow

Ein Gentleman. Freundlich, witzig, immer für seine Fans da. Hier einer meiner Leitsprüche seiner Figur „Kerr Avon“ aus der Sci-Fi Serie „Blake’s 7“.

„In the end, all I want – what all actors want – is to be remembered for something. I do not mind being forever Avon.“

Rest in Peace Paul Darrow. We will never forget you.

#PaulDarrow #Blakes7

via https://t.co/lyWDgJCJNC

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(via https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10156083671606671)

kochen daheim

In letzter Zeit ist es relativ selten, dass daheim gekocht wird, daher freue ich mich dann doch immer, wenn ich mal dazu komme.

Gestern gab es eine Art „Puls“ (ein römischer Getreidebrei), sehr frei aus dem Handgelenk gekocht:

Abendessen, sehr frei nach römischen Rezepten:
Eine Stange Lauch kleinschneiden, in viel Öl anbraten, etwas Essig dazu (in Ermangelung von Wein, sonst gerne mit Wein), zwei Paprika (nicht römisch!) dazu, weiter brutzeln, Gewürze nach Gusto dazu (in diesem Fall: Dill, Muskat, Zimt, Paprika, Salz, Rosmarin), zwei Tassen Brühe dazu, eine Tasse Dinkel (aus dem Rewe „Dinkel wie Reis“ – geiles Zeug!) dazu. Zwanzig Minuten einkochen. Feta drüber. Fertig. Nach Belieben mit Garum/Liquamen/asiatischer Fischsoße verfeinern.

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Courage?

„Courage is not the absence of fear. It’s being afraid and still doing what’s right.“

Dies passierte gestern Abend. Ich stieg in Bamberg in Zug, natürlich mit Kopfhörern auf, wie immer. Ein etwas zerlumpt aussehender Mann kam herein und fragte mich „Bitte, Nürnberg?“ und ich sagte „wie bitte?“ und er sagte „Nürnberg, Zug Nürnberg ?“. Ich antwortete, „Ja, der Zug fährt nach Nürnberg“ Daraufhin ließ er mich in Ruhe und ging weiter nach hinten.

Der Zug fuhr los, neben mir auf der anderen Vierergruppe saßen drei Mädels mit Cola und haben sich unterhalten als plötzlich irgendetwas durch die Luft flog. Ich habe gedacht, okay vielleicht ist irgendwas geplatzt oder so? Kurze Zeit später flog noch etwas und in der Zwischenzeit schrie eines der Mädels auf, und die anderen Mädels waren geschockt und schauten erschrocken nach oben, ob irgendwas von der Gepäckablage gefallen war?

Auf einmal kam der Mann vorbei, stand halt neben mir im Gang und hat das Mädel, das am dichtesten im Gang saß, geschubst und die ganze Zeit gesagt „du H***“ und „wo ist mein Handy, wo ist mein Handy?“. Die anderen Mädels waren immer noch total geschockt, kurz vorm Heulen und haben ihm dann die Teile von einem Handy gegeben dass da halt rumlag, das offensichtlich nicht ihres war, und ich schaute dann auch, was da lag, also gut, er hat offensichtlich ein Handy geschmissen oder zwei, die auseinander gefallen waren.

Intervention eines weiteren älteren Mannes mit seinem Fahrrad brachte nichts , der Typ ist dann immer wieder zurückgekommen, und ich dachte mir okay, du kannst das nicht so stehen lassen, weil das Mädel ja völlig verwirrt war. Ich bin dann aufgestanden und und zu ihr hin, sie hatte eine blutende Platzwunde am Kopf und ein dickes Auge, und ich dachte mir, scheiße der hat sie jetzt echt voll am Auge erwischt, und er ließ ja auch nicht ab von ihr.

Daraufhin bin ich da so ein bisschen im Gang stehen geblieben, quasi mit dem Rücken zum Gang, mit meiner Front zu ihr, so dass sie zumindest abgeschirmt ist. Gott sei Dank hat der Gestörte mich nicht angegriffen, sondern ist immer um mich rum gegangen, immer noch auf der Suche nach seinem Handy.

Er wollte dann aussteigen in Hirschaid, dann ist er wieder zurück, hat er immer noch ein zweites Handy nicht gehabt (Auflösung: Hülle und Handy hatten sich beim Sturz getrennt und er hatte das nicht erkannt), obwohl die Mädels immer wieder gesagt haben, „Hier, das ist halt alles, was wir haben.“ Das war halt irgendwie Hülle und noch irgendwie ein Akku.

Dann gab es zwei weitere Männer, die dann versucht haben, den Gestörten rauszukriegen, die ihn dabei wohl auch geschlagen haben, das habe ich aber nicht gesehen. Ich dachte nur, f*ck, wenn der jetzt noch eine Station länger hier drin bleibt, eskaliert das.

Irgendwann stand er auf dem Bahnsteig und hat gepöbelt und wollte rein, sein Handy suchen. Ich bin dann mit Absicht in der Tür stehen geblieben, weil ich zugegebenermaßen auch nicht mehr wusste, wo jetzt der Notrufknopf im Zug ist und auch keinen riesigen Aufriss machen wollte, und meinte dann nur „Okay, also wir blockieren jetzt einfach die Tür, bis der Schaffner merkt, dass hier was los ist und bis jemand vorbeikommt.“

Daraufhin kamen tatsächlich auch zwei Polizisten vorbei aus dem vorderen Teil des Zugs, ich habe versucht, neutral aufzuklären, was ich gesehen hatte. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, da war ich schon ein ganz kleines bisschen erschrocken und im Nachhinein muss ich auch sagen, ich glaube, ich war ein ganz kleines bisschen mutig.

Ich habe mich in der Folge, weil die Situation dann mit den Polizisten weitgehend unter Kontrolle war, und ich ja gesagt hatte, was zu sagen war, weiter nach hinten gesetzt, um die Jungs nicht bei der Arbeit zu stören.

In Erlangen war noch Berg, da kamen die ganzen Besoffenen dazu, der boah fragte mich dann nur, ob er mich abholen soll, und ich habe „ja, bitte“ gesagt. Also es war zwar vielleicht albern und es ist mir ja nichts passiert und ich wäre auch alleine heim gekommen, aber ich muss ganz ehrlich gestehen das hat mich schon… geschockt vielleicht nicht, aber ich war schon sehr froh, dass der beste Mann von allen mich abgeholt hat.

Wenn der Herrgott net will …

Die Welt ist so schön und die Welt ist so reich,
doch ist halt das Leben für alle nicht gleich.
Es geht durcheinander, es ist kunterbunt
und doch ist die bucklige Welt kugelrund.
Ein jeder Mensch hofft und ein jeder Mensch strebt,
doch viele sind da, die umsonst nur gelebt,
was nützt alles Denken, es gibt nur den Schluss:
Es kommt schließlich alles, wie kommen es muss!

Wenn der Herrgott net will, nutzt es gar nix,
schrei net um, bleib schön stumm, sag, es war nix.
So war’s immer, so bleibt es für ewige Zeit,
einmal oben, einmal unten, einmal Freud‘, einmal Leid.
Wenn der Herrgott net will, nutzt es gar nix,
sei net bös‘, net nervös, denk, es war nix.
Renn‘ nur nicht gleich verzweifelt und kopflos herum,
denn der Herrgott weiß immer warum.

Das Leben hat mir eine Lehre geschenkt,
es kommt immer anders, als man es sich denkt.
Drum soll man nie sagen: Es muss und ich will!
Der Herrgott entscheidet und du halte still.
Sei immer zufrieden mit deinem Geschick,
beneide nicht immer die ander’n ums Glück.
Wie schnell kann es anders oft sein über Nacht,
das Ende wird immer von oben gemacht.

Busy days

Das war eine sehr volle Woche bisher. Freitag – Sonntag: Arts in April. Muß ich später mehr dazu schreiben.

Sonntag: nach der Übergabe der Site ging es direkt zur Musicalprobe und danach ins Bett. Man, war ich platt.

Montag: wollte ich ins Büro, aber zum einen lag der boah daheim und zum anderen wollte ich nicht riskieren, angeschlagen ins Büro zu gehen und dann Dienstag flach zu liegen. Immerhin die Tischdecken, die wir für das Event gemietet haben, konnte ich noch zurück bringen, dank A’s Hilfe. 😘 Bin gespannt auf die Abrechnung. Überhaupt, Abrechnung. Ich blöde Nuss habe es geschafft, mich zu verkalkulieren. Zu unseren Ungunsten. Ausgerechnet ich, die den Site Fee Calculator erfunden hat. Ich bin nicht gerne blöd. Passiert mir nicht nochmal. 😑

Dienstag Büro, wie immer. Bisschen Sachen aufarbeiten. Dann am Moodboard für „Rock of Ages“ arbeiten, dem nächsten Musical, in dem ich mitwirke. Abends Probe fürs nächste Hörspiel. Danach Jam im Irish Pub mit ein paar SCAdians. (Es ist übrigens eine schlechte Idee, im Pub laut „Ruhe“ zu brüllen, wenn die Harfenistin was singen will. Zumindest im überfüllten Pub.)

Habe ich inzwischen die Sachen vom Wochenende ausgepackt? Natürlich nicht.

Denn am Mittwoch ging es in aller Frühe los in Richtung Würzburg zum Wandertag.

Gegessen haben wir abends „Zum Alten Bahnhof“ in Kirchheim – für Nicht-Autofahrer am Arsch der Welt, aber sehr zu empfehlen! Da muß ich nochmal hin.

Heute gab es dann, neben der Arbeit, einen Chat über das offenbar gute Konzept von Arts in April, die Vorbereitung der Abrechnung für besagtes Event, eine Schulung für die Wahlhelfer bei der Europawahl und eine Chorprobe am Abend.

„How are you doing?“
„Running on adrenaline.“
„Welcome to my world!“

Und sonst? Arbeite ich mit Freunden gerade an einem SCA-Stammbaum des Hauses Blackleaf (auch dazu später mehr),mit anderen Freunden am Schnitt der letzten Hörspiele (ich muss besser kommunizieren und finanziell planen) und planen der boah und ich unseren Sommerurlaub. Wahrhaft geschäftige Tage also.

Und irgendwann pack ich bestimmt den Kram vom Event aus.

Banales & Tiefgreifendes

In no particular order:

Gestern kam ein Paket mit neuen Bürsten für Fräulein Anne. Anne Droid ist unser Roomba, der seit Jahren fleißig die Böden bei uns fegt. Hält erstaunlich gut, länger als die Billigmarke (Klarstein) vorher. Wenn es sowas jetzt noch für Wände und Regale gäbe….

Eigentlich also ganz praktisch, dass der Herr des Hauses gestern daheim war. Andererseits auch ein bisschen ärgerlich, denn er hat die Nacht zuvor nicht geschlafen. Warum? Da gibt es bestimmt viele Gründe, aber der für mich offensichtliche ist, dass einfach momentan wieder zuviel an die Wand fährt mit seinen Projekten. Gut, als Autor hast du es wahrscheinlich nicht leicht (wobei, wenn man dann andere hört… „ich hab hier, dort und da schon wieder was zu tun…“), und die Welt ist kein Ponyhof, wie er selbst in einem der letzten Skripte schrieb:

Dennoch. Ein Leben zwischen Versprechungen, Hoffnungen, Exposés, Hirnschmalz, Kreativität… um dann doch eins vor den Latz zu bekommen “ Ich werfe das ganze Projekt hin, hat nichts mit deiner Arbeit zu tun“… „Wir trauen dir das jetzt doch nicht mehr zu.“… „Ach, das schreibt jetzt doch der Schwippschwager meiner Cousine, hab ich das nicht erwähnt?“, das ist einfach nur… Ich weiß es nicht. Verletzend, respektlos, gedankenlos?

Sicher, man muß immer entscheiden, wie, wann, wo man Arbeit und Energie reinsteckt. Risiko gibt es überall. Und, um es mit der SCA zu sagen: „If you’re not having fun, you’re doing it wrong.“ Am Gefühl, man wäre nur ein gutmütiger Trottel, der sich warmgehalten, aber an dessen Qualität nicht geglaubt wird (ohne ihm das natürlich zu sagen), ändert das wenig.

Wenn Autor nicht so ein undankbarer Job wäre, bei dem soviel Liebe und Energie vorab geleistet werden muß, trotz der Wahrscheinlichkeit, dass 90 Prozent der Arbeit auf dem Müll landet, wäre es vielleicht etwas einfacher.

Und sonst? Ich habe auch nicht gut geschlafen und war entsprechend ganz froh, dass es genügend „Nicht-Nachdenk-Arbeit“ auf der Arbeit gab.

Dann habe ich mir am Abend den boah unter den Arm geklemmt und war mit ihm zu Abend essen, um ihn danach zur ersten Probe von „Den die Muse küsst“ mitzunehmen. Immerhin hätte er dann etwas anderen Input.

Die erste Probe der „Muse“, das „Kick off“, war sehr spärlich besucht: zum einen fehlten zwei Leute von sieben angekündigt, bei einer weiteren wusste man es nicht so genau, die diversen Rückmeldungen waren widersprüchlich, und die vierte tauchte weder auf, noch meldete sie sich im Laufe des Abends, wann sie käme oder was war. Irgendwas war bestimmt.

(Soviel zum Thema „Die Leute kommen nicht zu meinen Proben, wie ich das will, dann werfe ich gleich ganz hin.“)

Nichtsdestotrotz hatten wir mit den verbliebenen Leuten sehr viel Spaß, es gab unglaublich viel Gelächter und ich glaube, auch die „Muse“ wird sehr schön werden.

Im Nachgang muss ich gestehen, wird es sehr spannend für mich, denn unsere Regisseurin Jane ist die gleiche, die auch schon bei der Mytilene Regie geführt hat und die Rolle, die ich spiele bzw. spreche ist sehr ähnlich aber eben nicht die gleiche wie vormals. Natürlich wird es jetzt interessant zu sehen, wie ich es hinbekomme, dass das trotzdem zwei verschiedene Charaktere sind. Und je mehr ich in diesem kleinen Settings arbeite, umso mehr merke ich, wie viel Spaß das macht und wie akkurat man eben auch da sein muss, und was das mit mir macht, mal nicht der dritte Baum von links zu sein, sondern wirklich an einem Charakter arbeiten zu können und zu müssen.

Ah, und die „Eidolon“ Spuren haben es über Umwege zu mir geschafft, denn das Aufnahmestudio hatte die Spuren an unser zweites Regieteam, nämlich dass der Mytilene, geschickt, so dass ich am anderen Ende wie auf Kohlen saß und seit zwei Tagen händeringend wartete, ob und wenn ja was von den sechs Stunden Arbeit, die wir da reingesteckt hatten, tatsächlich bei mir ankommen würde. Aber es ist soweit ich gestern hören konnte alles da, anderthalb Stunden Rohmaterial. Das muss jetzt natürlich erst einmal durchgehört werden auf Vollständigkeit und dann werde ich mir zusammen mit Herrn T, der dankenswerterweise den Schritt übernimmt, Gedanken machen, welche Fassung wir jetzt nehmen und wie der weitere Feinschnitt aussehen soll.

Der Abend endete versöhnlich mit Bier, Scapa, Erinnerungen und vielen neuen Plänen.

„Und wo sie aber eure Rede nicht hören wollen, da gehet hinaus und schüttelt euch den Staub von den Füßen.“