Gedankensplitter 25. Januar

Ich liebe die DARK Fangruppe auf Facebook. Es kam jetzt die geniale Idee auf, dass jeder in seiner Muttersprache schreibt, möglichst schlichte und korrekte Sätze, und die anderen die Übersetzungsfunktion benutzen. Unglaublich, was wir alles für Landsleute haben! Portugiesen, Franzosen, Polen, Kroaten, US Amerikaner… Faszinierend!

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#609060

Es ist immer noch zu kalt und grau für mich draußen. Daher gibt es auch heute nur Wohlfühlkleidung. Aber, nachdem ich das Foto machte, sah ich, dass das Ensemble schon arg trist aussah. Also Kette und Schal dazu. Schon besser, oder?

  • Ecco Schuhe, hell, ca. 80 €
  • Stoffhose, schwarz, eBay, ca. 20 €
  • Cut-out Shirt, grau/nude, eBay, ca. 15 €
  • Tardis-Kette, Geschenk (aber ziemlich günstig erhältlich, zum Beispiel bei der Männertheke auf der Timelash)
  • Schal, türkis, eBay (?), 12 € (?)

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Mittagessen heute: Misosuppe und Reis

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So eine Party mit dem Motto Pink oder Flamingos ist schon anstrengend. Ich habe immer noch nichts Gescheites gefunden und die Feier ist übermorgen. Hmm.

Abgesehen davon muß ich auch immer noch ein Zugticket besorgen und die Geburtstagskarte. Doppel-Hmm.

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Der Rehasport hat mir heute wieder einmal gezeigt, dass ich null Bauchmuskeln habe. Das muss geändert werden. Ab morgen gibt es hier eine Rubrik „Rumpfheben seitlich“ mit dem Startwert 3 pro Seite.

609060, die vierte Woche

Relativ belanglos, Favorit war offenbar mein neu im 2nd Hand Laden erstandener Doctor-Who-Tweed-Blazer und die grauen Rieker-Schuhe mit Jeans. Wert der Kleidung bis hierher 825 Euro, wobei ich halt etliche Sachen besitze, die ich schon so lange habe, dass ich beim besten Willen nicht mehr weiß, was sie gekostet haben. Beliebteste Farben blau und braun, am meisten getragen Blusen und Shirts.

609060 – die dritte Woche

Heute mal in abgespeckter Form:

Gesamtwert nach drei Wochen ca. 780 €, bevorzugte Farben im Kleiderschrank blau,  braun und rot. Spannenderweise Rot. Obwohl ich kaum rote Röcke, Hosen oder Oberteile habe, scheine ich bei Accessoires gerne mal zu dieser Farbe zu greifen. Ansonsten war die Woche eher braun-lastig, außerdem wird es Herbst, wie man sieht.

Persönliche Einschätzung: Der Rock sieht nicht so gut aus, wie er könnte und ich muß ihn unbedingt mit einen engen Oberteil tragen. Kaschmirschalkauf hat sich gelohnt. Absatzschuhe machen mich sofort besser aussehend als Ballerinas – merken, mehr tragen. Die schwarz-goldene Nadelstreifenbluse ist einfach nur trutschig und macht mich unförmig – abändern oder rauswerfen. Der Jeansrock ist so lala, sollte ich nicht so oft tragen. Kaschmirstrickjacke hat sich auch geklohnt, fühle mich sehr fesch drin (mit Gürtel).

Und es lohnt sich, mal einen Monat lang Bilder zu machen und so den Kleiderschrank und den eigenen Stil auszumisten. Das pinkfarbene Kleid, orangefarbene Shirt und pastellige „Nachthemd“ sind übrigens schon blau gefärbt, muß sie nur noch ändern.

die zweite Woche 609060 – diesmal auf Reisen

Samstag, 8.9. – Hochzeit.
• Grün-schwarzes Dirnd mit roter Schürze, Outlet, ca. 40 €
• Weiße Bluse, 2nd Hand, ca. 7 €
• Schwarze Ballerinas wie letzte Woche
• Weißes Brautkleid, Maßanfertigung, unbezahlbar
• Weiße Lederschuhe, eBay, ca. 25 €

Sonntag, 9.9. – der Morgen danach.
• Dirndl & Bluse siehe oben
• graublaue Pumps von Rieker, Fachhandel in Garmisch-Partenkirchen, ca. 60 €

Montag, 10.9. – Start in die Flitterwoche
• Schwarze Ballerinas, wie letzte Woche
• Blaue Jeans, C&A, ca. 35 €
• Weiße Bluse, C&A, ca. 20 €
• Blaue Trachtenjacke, ebay, ca. 25 €
• Roter Schal aus der Sammlung
• Beigefarbender Outdoorhut, Amazon, ca. 8 €

Dienstag, 11.9. – Stadt erkunden
• Schwarze Ballerinas, s.o.
• Blaue Jeans, s.o.
• Graues Langarmshirt, H&M, ca. 15 €
• Türkisfarbene Bluse, C&A (?), ca. 5 €

Mittwoch, 12.9. – mehr Stadt
• Schwarze Ballerinas, s.o.
• Schwarze Jeans, wie letzte Woche
• Lilanes Langarmshirt, keine Ahnung woher, ca. 7 €
• Lila Bluse, 2nd Hand, ca. 8 €
• Lila Schal wie letzte Woche

Donnerstag, 13.9. – keine Ahnung, was ich da an hatte, Foto ist nicht da.
Bin mir aber sicher, dass ich an dem Tag mal die roten Ballerinas trug.

Freitag, 14.9. – Ausflug ins Grüne
• Schwarze Ballerinas, s.o.
• Schwarze Jeans, s.o.
• Graues Langarmshirt, s.o.
• Türkisfarbene Bluse, s.o.
• Blauer Blazer, wie letzte Woche
• Blauer Schal aus der unendlichen Schalsammlung

Statistik nach 2 Wochen:
Wert der Kleidung: ca. 540 €
Am häufigsten getragen: Kleider und Blusen
Beliebteste Farben: Rot, blau, weiß, lila

Persönliche Einschätzung:
Dirndl geht immer, Outdoorhut geht nicht im Alltag, die Geldausgabe fürs Brautkleid hat sich gelohnt. Beim Packen für die Hochzeitsfeier und Einpacken der Klamotten für den nächsten Tag Schuhe nicht vergessen!
Apropos, es gibt ja noch diese Diskussion zum Thema „kopflose Bilder“ bei 609060. Wie man sieht, gibt’s hier zwei Bilder von mir mit Kopf. Das eine Mal, weil ich das Standardbild vor dem Spiegel daheim vergessen habe (vielen Dank an MaryLou, die Fotografin) und das andere Mal, weil der Mann fotografiert hat. Prinzipiell halte ich es mit meiner Anonymität nicht mehr ganz so streng wie am Anfang, dennoch: es muß ja nicht alles öffentlich sein.

eine Woche 609060 – ein Blick in den Kleiderschrank

Samstag, 1.9. – J. wird getauft, N&K getraut, es sollte etwas fröhlicher aussehen.
• Rote Ecco-Ballerinas, ebay, ca, 60 €
• Schwarze Jeans, C&A, ca. 35 €
• Oberteil kann ich leider nicht mehr erkennen, sieht aus wie ein ur-ur-altes weinrotes Shirt (ca. 20 Jahre, that is) mit was Grauem drüber
• Blauer Blazer, H&M, ca. 30 €. Schwarz-Lila-Weiß kariertes Halstuch, ebay, ca. 30 €.

Sonntag, 2.9. – Hausarbeit.
• Vintage-Sommerkleid, das in echt leider aussieht wie ein Nachthemd, ebay, 1 €.

Montag, 3.9. – Bürotag.
• Schwarze Ecco-Ballerinas, Schuhoutlet, ca. 50 €
• Schwarze Jeans, s.o.
• Braune Stretchbluse, wahrscheinlich Pimkie vor Jahren, uralt
• Blauer Blazer, s.o.
• Schwarz-Blauer Schal, keine Ahnung woher.

Dienstag, 4.9. – letzter Tag im Büro.
• Rote Ballerinas, s.o.
• Schwarze Jeans, s.o.
• orangefarbene Seidenbluse, uralt
• Blauer Strickpullover, 2nd Hand Laden, 5 €.

Mittwoch, 5.9. – Hausarbeit.
• Pinkfarbenes Kleid, auch wieder uralt
• Kettelgürtel mit Polyesterschnickschnack, KiK (tut mir leid! Ist alt!), 1 €.

Donnerstag, 6.9. – shoppen mit der Freundin.
• Rote Ballerinas, s.o.
• Jeanskleid, ebay, ca. 20 €
• Roter breiter Gürtel, H&M, ca. 8 €
• Blauer Schal aus der unendlichen Schalsammlung
• Rotes Barett, Militärbedarf, ca. 4 € und der Aufnäher drauf war ein Geschenk.

Freitag, 7.9. – letzte Hochzeitsvorbereitungen. Wenn nichts geht, geht Dirndl.
• Rote Ballerinas, s.o.
• Vintage-Dirndl, ebay, ca. 35 €
• Strohhut, Amazon, 6 €

Zu guter Letzt eine kurze Statistik:

Wert der Kleidung: ca. 285 €
Am häufigsten getragen: Kleider und Schals
Beliebteste Farben: Rot, blau, schwarz, lila

Persönliche Einschätzung:
Das Vintage-Kleid und das pinkfarbene müssen raus aus dem Kleiderschrank. Oder meinetwegen angepasst, gefärbt, zurechtgeschnitten, wie auch immer. Die orangefarbene Bluse sollte auch dringend gefärbt werden oder einfach raus. Überhaupt sieht das Ensemble „Dienstag“ ziemlich Grütze aus und nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Der lilane Schal und der blaue Blazer erweisen sich als echte Glückstreffer. Hat sich gelohnt, die Geldausgabe. Das Barett sollte dem Paintball vorbehalten bleiben, steht mir nicht.

There you are. Das war eine Woche 609060 mit einer Beispielfrau. Mir.

#609060 – Kritikfähigkeit

Hallo nochmal,

ich muß schon wieder mit dem obigen Thema nerven. Und eigentlich hat Anne es schon wieder länger und schöner ausgedrückt, als ich es konnte. Nichtsdestotrotz.

Die Aktion habe ich in meinem RSS-Reader gesehen und gedacht: gar  nicht so schlecht, die Idee. Warum nicht? Vor einiger Zeit ist die Brigitte angetreten mit ihrer „Ohne Models“ Aktion und auch das fand ich schon super. Bis ich nach 6 Monaten zwar oft interessantere Gesichter in den Modestrecken sah, aber immer noch die gleichen gleichförmigen Körper. Es war ja schon ein Lichtblick, mal jemand Tätowiertes zu sehen (nicht, dass ich das schön fänd) oder jemand mit Kleidergröße  – oh Gott! – 42 oder mehr. Diese dann aber bevorzugt in Unterwäschebilderstrecken oder Make-Up Anleitungen. Schlimmer sind nur noch die Bildunterschriften: „Nadine ist Malerin in Kapstadt, Hannelore ist Studentin in Madrid“. Ganz super.

Ich will das nicht. Was ich mir erhofft hatte von der „Ohne Models“ Aktion waren: Anja, die 24jährige Finanzsachbearbeiterin aus Bottrop mit Kleidergröße 38 zweidrittel (oben 36, unten 42) in Büroklamotten. Ramona, die 43jährige Hartz IV-Empfängerin und ehemalige Quelle Mitarbeiterin, Größe 56, 165 groß,  in Alltagskleidung und in Kleidung für die nächste Bewerbung. Petra, die androgyne 1,80 Frau in Kleidung für den Opernball. Ich will sehen, wie man seinen Stil findet, wie man aus der aktuellen Mode das raussucht, was zu einem passt und wie man es kombiniert.

Also, liebe Leser da draußen, die meinen, „dünne Frauen machen Modenschau und definieren sich als Normkörper“. Ich bin so wie ich bin. Wenn ihr meint, ich wäre dünn und würde mich als Normkörper definieren, dann ist das einfach mal a) eine Sichtweise eurerseits und b) eine Unterstellung. 

Ich wäre froh, wenn wir mehr Leute hätten, die mitmachen würden, die sich als „Normkörper“ definieren. Ich bin froh über jeden Randgebietler der Glockenkurve, der mitmacht. Aber solange sich noch nicht mehr Leute trauen, mache ich eben mit. Einer muß ja anfangen.

Wenn wir am Ende schaffen, dass sich das Selbstbild, das Bild von „Norm“ etwas relativiert (und dass vielleicht Brigitte wieder mal auf den Teppich kommt und machbare Mode zeigt), sind wir etwas weiter. Zumindest in meiner kleinen Welt.

Ich kann nichts für eure Selbstzweifel, ich hab genug eigene.

Um Anne zu zitieren „An der kritisierten mangelnden Vielfalt können nur die Leute etwas tun, die bisher noch nicht mitgemacht haben. Ich kann verstehen, dass man mehr Hemmungen hat, sich öffentlich zu präsentieren, wenn man seinem Körper eher negativ gegenüber steht, aber daran kann ich nichts ändern. Die Entscheidung, mitzumachen (oder eben nicht) kann ich niemandem abnehmen.“