Fürth

Sitze gerade im Stadtpark von Fürth mit ca. 6.000 Leuten auf der Wiese und lausche spanischen Klängen nachdem ich zuvor mit Elmar gepicknickt habe. Es ist Sparda Classic Night, ehemals Fürth Open Air. Kostenlos, unter freiem Himmel, friedlich, schnuckelig oder, wie der Engländer zu sagen pflegt „cozy“. Ich bin verliebt in diese Stadt mit all ihren Ecken und Kanten, schönen Seiten und Abschaum und heute fühle ich mich zum ersten Mal hier daheim.
Natürlich wird Schwerin immer meine Heimstatt bleiben, aber nach 21 Jahren Schwerin, 5 Jahren Hamburg und 6 Jahren Fürth habe ich, glaube ich, wieder eine Heimat gefunden. An der Seite des besten Mannes für mich. Ich liebe das Leben und das Leben liebt mich.
Und wer nicht in Fürth war, sollte es schnell kennenlernen! 😉 🙂

Es wird ernst …

Die Hochzeitsglocken klingen nicht, aber Elmar & ich machen etwas viel Gravierenderes: wir ziehen zusammen in eine Wohnung. Nachdem die Beziehung mit ihm mit mittlerweile über 5 Jahren meine bisher längste ist (und ich auch vorhabe, sie weiter zu verlängern), habe ich schon etwas Bammel davor. Außerdem habe ich keine Lust, meinen ganzen Schotter auszumisten und wieder in Kartons zu packen. Andererseits ist die neue Wohnung wirklich schön.
Wir haben im letzten Herbst den Entschluß gefaßt, dass die derzeitige Konstellation auf Dauer ungünstig ist und wir zusammenziehen sollten. Die Konstellation war wie folgt: Wir wohnen in einem Haus, auf demselben Flur, in zwei verschiedenen Wohnungen. Meistens war ich bei ihm in seiner 3-Zimmer-Wohnung, meine 2-Zimmer-Wohnung wurde als Abstellplatz genutzt. Einen eigenen Raum hatte ich bei ihm nicht, stattdessen gibt es überall in seiner Wohnung „Unordnungshäufchen“, welche zumeist meine sind. Insgesamt 5 Zimmer, 2 Küchen, 2 Bäder, 3 kleine Balkone in einer tollen Lage für über 1.000 Euro warm – da können wir genausogut zusammenziehen, dachten wir.
Also überlegt (wir sind ja beide erdverhaftet, solche Entscheidungen brauchen Zeit), Prioritäten gesetzt (Elmar: Balkon, ich: Badewanne, beide: ÖPNV-Nähe, hell (4.Stock), Einbauküche, …) dann in den letzten Wochen diverse Wohnungen angeschaut, letztendlich einen Schlußstrich gezogen.
Die neue Wohnung liegt nicht so schön zentral wie die alte (Zentrum!), in einem etwas verrufeneren Viertel (Südstadt), ist außerdem im 2. Stock (wenn auch dennoch noch hell) und in einem von außen häßlichen 70er-Jahre Bau mit zwei Seiten zu zwei Straßen raus, bringt aber: mind. 100 Euro Mietersparnis, 3 riesige Balkone, einer zum Innenhof (so lala schön), 5 Zimmer, Einbauküche, extra Bad mit Wanne zum Bad mit Dusche und WC, Laminat & Fliesen, Nähe zum Biomarkt, 7 min. zum Bahnhof und einen extra 30 qm großen, trockenen, zum Einlagern von Büchern geeigneten Keller mit Stromanschluß und eigener fester Tür, kein Lattenverschlag.
Ich freu mich schon tierisch 🙂 (ha! wie man sich in einem Blogeintrag selbst widersprechen kann.)

Kärwa

Wenn man an der Fürther Freiheit wohnt, hat man es schön: schnell zum Bahnhof, schnell ins Grüne, schnell in die Stadt. Außer natürlich, es ist Michaelis-Kirchweih. Dann hat man 10 Tage Halligalli vor der Haustür, Konzertorgelmusik ab 10 Uhr morgens und Besoffene bis 3 Uhr nachts vor der Tür. „Hörst du die Regenwürmer husten?“ spielte besagte Orgel am Wochenende. Außerdem war es abartig voll am Samstag. Ich krieg bei sowas immer Angstzustände. Args.

Nun ja. Eine gute Woche noch …

Rückschau: Uferpalast: Spiel mir das Lied vom Tod

Der Uferpalast: Ein kleines Kino (ca. 50 Plätze, plüschig) inmitten des Kulturforums Fürth mit ehrenamtlichen Mitarbeitern und Preisen zwischen 3 und sieben Euro. Wir waren insgesamt drei Zuschauer, die zwei Kinomitarbeiter nicht mitgezählt. Super schnuckelig, da gehe ich gerne wieder hin.

Der Film: Nicht so schön wie „Zwei glorreiche Halunken“, aber ein großes, weitgehend detailgetreues Panorama der damaligen Zeit.  Muß man nicht unbedingt gesehen haben, Charles Bronson ist eben nicht Clint Eastwood.