Das Rechteckshirt

Das Shirt hier hat es mir angetan: https://mittenmank.wordpress.com/2013/01/24/two-seam-top/

Auf Flickr findet man auch den alten Schnittbogen bzw. zumindest die Verpackung: http://www.flickr.com/photos/elegantmusings/6783722467/

Das Tolle daran ist, dass es wirklich nur ein Rechteck ist! Also habe ich gestern abend schnell drei Maße pi Mal Daumen an mir genommen: Oberarmumfang bzw. Schulterumfang (sehr großzügig 40 cm), die Schulterbreite am Rücken, so wie ich der Meinung bin, dass die hintere Naht aussehen müßte (auch etwa 40 cm) und die Rückenlänge ab der Naht (so 30 cm plus 10 oder 20, da, wo es unten wieder aufspringt).

Dann habe ich mal daheim geschaut, ob ich noch Reststoff habe, der in etwa 160×50 cm groß ist. Hatte ich leider nicht, aber ein 150×30 großes Abschnittstück von einem alten Maxikleid aus den 60ern. Elastischer Stoff, genau das, was ich brauchte.

Rockstoff

Fix 20 cm links und rechts mit Nadeln abgesteckt, Rückennaht mit Nadel provisorisch geschlossen und geschaut, ob das Ganze überhaupt so passen könnte.

So sieht’s grad aus:

Frontansicht Armausschnitt Rückansicht

Natürlich noch viel zu knapp unter der Brust, das ist ja eher ein Bolero, aber generell: Es funktioniert! Jetzt nur noch einen Streifen Stoff von 150×30 cm finden, unten annähen und dann sollte das Ganze so in etwa aussehen:

Kopie von Frontansicht Kopie von Armausschnitt Kopie von Rückansicht

#609060 – Kritikfähigkeit

Hallo nochmal,

ich muß schon wieder mit dem obigen Thema nerven. Und eigentlich hat Anne es schon wieder länger und schöner ausgedrückt, als ich es konnte. Nichtsdestotrotz.

Die Aktion habe ich in meinem RSS-Reader gesehen und gedacht: gar  nicht so schlecht, die Idee. Warum nicht? Vor einiger Zeit ist die Brigitte angetreten mit ihrer „Ohne Models“ Aktion und auch das fand ich schon super. Bis ich nach 6 Monaten zwar oft interessantere Gesichter in den Modestrecken sah, aber immer noch die gleichen gleichförmigen Körper. Es war ja schon ein Lichtblick, mal jemand Tätowiertes zu sehen (nicht, dass ich das schön fänd) oder jemand mit Kleidergröße  – oh Gott! – 42 oder mehr. Diese dann aber bevorzugt in Unterwäschebilderstrecken oder Make-Up Anleitungen. Schlimmer sind nur noch die Bildunterschriften: „Nadine ist Malerin in Kapstadt, Hannelore ist Studentin in Madrid“. Ganz super.

Ich will das nicht. Was ich mir erhofft hatte von der „Ohne Models“ Aktion waren: Anja, die 24jährige Finanzsachbearbeiterin aus Bottrop mit Kleidergröße 38 zweidrittel (oben 36, unten 42) in Büroklamotten. Ramona, die 43jährige Hartz IV-Empfängerin und ehemalige Quelle Mitarbeiterin, Größe 56, 165 groß,  in Alltagskleidung und in Kleidung für die nächste Bewerbung. Petra, die androgyne 1,80 Frau in Kleidung für den Opernball. Ich will sehen, wie man seinen Stil findet, wie man aus der aktuellen Mode das raussucht, was zu einem passt und wie man es kombiniert.

Also, liebe Leser da draußen, die meinen, „dünne Frauen machen Modenschau und definieren sich als Normkörper“. Ich bin so wie ich bin. Wenn ihr meint, ich wäre dünn und würde mich als Normkörper definieren, dann ist das einfach mal a) eine Sichtweise eurerseits und b) eine Unterstellung. 

Ich wäre froh, wenn wir mehr Leute hätten, die mitmachen würden, die sich als „Normkörper“ definieren. Ich bin froh über jeden Randgebietler der Glockenkurve, der mitmacht. Aber solange sich noch nicht mehr Leute trauen, mache ich eben mit. Einer muß ja anfangen.

Wenn wir am Ende schaffen, dass sich das Selbstbild, das Bild von „Norm“ etwas relativiert (und dass vielleicht Brigitte wieder mal auf den Teppich kommt und machbare Mode zeigt), sind wir etwas weiter. Zumindest in meiner kleinen Welt.

Ich kann nichts für eure Selbstzweifel, ich hab genug eigene.

Um Anne zu zitieren „An der kritisierten mangelnden Vielfalt können nur die Leute etwas tun, die bisher noch nicht mitgemacht haben. Ich kann verstehen, dass man mehr Hemmungen hat, sich öffentlich zu präsentieren, wenn man seinem Körper eher negativ gegenüber steht, aber daran kann ich nichts ändern. Die Entscheidung, mitzumachen (oder eben nicht) kann ich niemandem abnehmen.“

#609060 oder: Was ist normal?

Dazu würde ich gerne die Damen

Nuf

Journelle

Anne

sowie Bilder reden lassen.

Darüber hinaus fänd ich ja ein weiteres Bildexperiment spannend. Was passiert eigentlich, wenn sich alle die Leute, die da auf den 609060 Bildern meist in Jeans, Shirt oder Kleid zu sehen sind, mal in aktuelle „Mode“ werfen? Sagen wir: alle mal in Haremshosen von Ha und Emm oder in Wedges von Ze und Ah? Oder wir mal eine Kleiderzusammestellung der Prigitte oder der Purda exemplarisch  hernehmen und jeder mal sowas anzieht? Wäre das eine Lachnummer? Würde es etwas ändern? Würde es aufzeigen, wie sinnlos diese ganzen schnellen Trends sind?

ps. Da ich kein Instagramm-Konto habe, guckt doch einfach bei Twitter, was so los ist. Sieht zwar nicht so schick übersichtlich aus, aber ich muß ja nicht bei jedem Dienst angemeldet sein. Ja, ehrlich ;). Und so spannend sind meine Klamotten auch nicht. Außer am übernächsten Samstag vielleicht.